Was ist der Grüne Gockel?

„Der Grüne Gockel ist ein wirksames Instrument für Kirchen- und Pfarrgemeinden sowie kirchliche Einrichtungen, um dauerhaft die eigenen Umweltauswirkungen zu erfassen, zu bewerten und positiv zu verändern.“ (ekiba.de, BUE)

Zunächst werden durch ein Umweltteam alle umweltrelevanten Daten erhoben. Dazu zählen Energie-, Strom- und Wasserverbrauch ebenso wie das Abfallaufkommen. Des Weiteren werden Aspekte wie Verkehr, Reinigungsmittel, Büromaterialien, Einkaufsverhalten und Gefahrstoffe aber auch sicherheitsrelevante Dinge rund um die gemeindeeigenen Gebäude betrachtet.

Nach Auswertung dieser Daten werden Maßnahmen entwickelt, die zu einer Verbesserung der Umweltauswirkungen führen können. Diese Maßnahmen können von einer einfachen Klebedichtung über die Anschaffung neuer Küchengeräte oder Infoveranstaltungen bis zur kompletten energetischen Sanierung von Gebäuden reichen. Was umgesetzt werden kann und soll, liegt im Ermessen der jeweiligen Kirchengemeinde und ist natürlich auch abhängig vom finanziellen Aufwand. Im Laufe der Jahre sollen Schritt für Schritt Verbesserungen erzielt werden.

Durch die Anwendung eines Managementsystems, wie es der Grüne Gockel ist, können in einem regelmäßigen Zyklus die Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen betrachtet und bewertet werden. Aus dieser Betrachtung ergeben sich wiederum Konsequenzen, die meist zu neuen Maßnahmen führen. Ein System wie der Grüne Gockel ist auf Langlebigkeit ausgelegt und wird nicht nur im „stillen Kämmerlein“ benutzt. Die Einhaltung wird auch regelmäßig von externer Stelle überprüft. Aus diesem Grund werden Grüner-Gockel-Gemeinden alle vier Jahre neu validiert.

Wir sind der Grüne Gockel

Das Umweltteam setzt sich aus Mitgliedern der Ev. Kirchengemeinde Helmsheim und Heidelsheim zusammen und kümmert sich um die Einführung des Umweltmanagementsystem in beiden Gemeinden. 

Von links: Michael Kropp (Helmsheim) Vorsitzender, Dieter Ehrhardt (Heidelsheim), Sonnhild Gogröf (Helmsheim), Hedi Hein (Helmsheim), Hans Reichert (Heidelsheim), Joachim Walter (Helmsheim).

Das Umwelt-Team ist das zentrale Beratungsgremium für alle Umweltfragen und -aktivitäten. Es wird vom Umweltbeauftragten geleitet, trifft sich etwa monatlich, besitzt keine Entscheidungsbefugnis, nimmt aber aktiv am Prozess der Entscheidungsfindung teil. Neben der Bewertung von direkten und indirekten Umweltbelastungen, der Auswahl und Formulierung von Umweltzielen sowie der Auswahl von Maßnahmenvorschlägen, die dem KGR vorgelegt werden, überwacht das Team die Umsetzung des Umweltprogramms und baut das Umweltmanagementsystem weiter aus.

Das Umwelt-Team fördert den Umweltgedanken innerhalb der Gemeinde, motiviert und informiert kontinuierlich die Mitarbeiter/innen und Gemeindemitglieder und nimmt Anregungen und Vorschläge von denselben entgegen.

Wer Interesse an der Mitarbeit hat ist herzlich willkommen.

Kontakt über das Pfarramt

 

Umweltleitlinien

Präambel

Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers,

erkennen wir dankbar das Geschenk

der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur“.

(Charta Oecumenica 22.04.2001)

  1. Wir nehmen die Verantwortung für die Schöpfung als Grundauftrag christlicher Lebenseinstellung an.

Wir glauben, dass wir unser Leben und diese Erde dem Wirken Gottes verdanken. Deshalb betrachten wir den Erhalt der Schöpfung als einen sehr wichtigen Auftrag.

  1. Wir fördern das Umweltbewusstsein.

Wir streben durch klare Zuständigkeiten im Rahmen des Umweltmanagements bei gemeinsam festgelegten Zielen ständige Verbesserungen an.

  1. Wir achten bei unserem Tun darauf, die Umwelt und die Ressourcen so gut wie möglich zu schonen.

Wir bevorzugen nach Möglichkeit fair gehandelte Güter aus umwelt- und menschen-freundlicher Produktion sowie heimische Produkte mit kurzen Transportwegen und aus biologischem Anbau. Durch Reduzierung von Energie-, Wasser- und Materialverbrauch schonen wir die Ressourcen. Wir verpflichten uns zur Einhaltung umweltrelevanter Vorschriften und Gesetze.

  1. Wir verbinden Ökologie und wirtschaftliches Handeln miteinander.

So können kurzfristig höhere wirtschaftliche Kosten einen ökologischen Gewinn bedeuten: Der Einsatz von wirtschaftlich vertretbaren neuen Techniken ist mit dem langfristigen ökologischen Nutzen abzuwägen.

  1. Wir sprechen darüber.

In unseren Gruppen, Kreisen, Veranstaltungen und im Gottesdienst wird das Verständnis für die Bewahrung der Schöpfung durch gemeinsam zu erarbeitende Konzepte gefördert.

Umwelterklärung

Organisationen auch Kirchengemeinden, die an EMAS teilnehmen, erstellen für die Öffentlichkeit regelmäßig eine Umwelterklärung. Darin wird die Gemeinde mit seinen Tätigkeiten, Produkten, Dienstleistungen und ggf. seinen Standorten beschrieben. Die eigene Umweltpolitik, die wesentlichen Umweltauswirkungenund das Umweltprogramm mit den konkreten Zielen für die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes dargestellt und Daten zur Umweltleistung, möglichst in Zahlen mit einer entsprechenden Bewertung zusammengefasst.

Mit EMAS III sind diese bisher schon erfolgten Angaben in Form standardisierter Kennzahlen, sogenannter Kernindikatoren, zu konkretisieren. Damit sollen künftig die Umweltleistungen der Organisationen in den Umwelterklärungen übersichtlicher und einheitlicher darstellbar werden. Das neue EMAS Infoblatt Die neuen Kernindikatoren der EMAS III erläutert kurz, wie diese Anforderungen interpretiert und umgesetzt werden können.

Download der Umwelterklärung (Link auf PDF)

Vorwort von Pfarrer Jörg Muhm zur Umwelterklärung Grüner Gockel

Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch und ein ganz großes Dankeschön an das Grüne-Gockel-Team unserer beiden Kirchengemeinden. Ich bin dankbar und stolz, dass wir in unseren Gemeinden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, die sich mit so viel Engagement und Herzblut für den Umweltschutz und eine nachhaltige Durchführung unserer Gemeindearbeit einsetzen. Daher danke ich den Mitgliedern des Grüne Gockel-Teams namentlich: Michael Kropp (Helmsheim) und Vorsitzender des Teams, Dieter Ehrhardt (Heidelsheim), Sonnhild Gogröf (Helmsheim), Hedi Hein (Helmsheim), Hans Reichert (Heidelsheim), Joachim Walter (Helmsheim). Ihr seid großartig!

Die in dieser Umwelterklärung aufgenommenen Umweltleitlinien beginnen in der Präambel mit einer Aussage der Charta Oecumenica des Jahres 2001. Sie lautet: „Im Glauben an die Liebe Gottes, des Schöpfers, erkennen wir dankbar das Geschenk der Schöpfung, den Wert und die Schönheit der Natur“. Das ist eine wichtige Erkenntnis, die uns zu umwelt- und naturbewusstem Handeln ermutigt. Wir müssen immer mehr erkennen, dass die gesamte Schöpfung und Natur Geschenke Gottes sind und von unendlicher und zerbrechlicher Schönheit durchzogen sind.

Aber genau darin haben wir großen Nachholbedarf, denn die Charta Oecumenica formuliert unter Punkt 9 weiter: „Aber wir sehen mit Schrecken, dass die Güter der Erde ohne Rücksicht auf ihren Eigenwert, ohne Beachtung ihrer Begrenztheit und ohne Rücksicht auf das Wohl zukünftiger Generationen ausgebeutet werden.“ Umweltschutz ist darum unsere Verantwortung dafür, dass unsere Kinder und Enkel und alle zukünftigen Generationen ebenso ein gesundes und wohlhabendes Leben auf dieser Welt führen können.

Das fängt bei jedem einzelnen an: Wie oft wir Auto oder Fahrrad fahren, wie sehr wir unsere Gebäude heizen, wie viel chemische Zusatzstoffe wir in unseren Gärten verwenden, aber auch welche Produkte wir in den Supermärkten und Einkauf-Centern einkaufen. Allzu oft treten wir die Schöpfung mit Füßen.

Aber auch als Kirchengemeinde können wir nachhaltiger handeln. Das geschieht im großen Stil schon durch die Photovoltaik-Anlagen in Helmsheim. Aber vieles andere kann noch verbessert werden: Indem wir z.B. bewusster heizen, konsequent stromsparende Leuchtmittel einsetzen und die Stromzufuhr bei Standby-Geräten unterbinden, auf unnötige Kopien verzichten, unsere Gebäude isolieren und vieles mehr.

Manche Maßnahmen können leicht, schnell und mit geringem finanziellem Aufwand umgesetzt werden. Andere bedürfen einer längeren Planung und Anlaufzeit.

Mit dem Grünen Gockel haben wir uns als Kirchengemeinden Heidelsheim und Helmsheim gemeinsam auf den Weg gemacht, dass wir als Christinnen und Christen dem Schöpfungsauftrag (1. Mose 2,15) gerecht werden können. Der Startschuss ist gesetzt, nun müssen wir als Gemeinden mitgehen. Ich freue mich darauf!

Ihr Pfarrer Jörg Muhm